
Die erste Etappe wurde am Nachmittag kombiniert mit Zug und Rad absolviert. Auf der Strecke durch den Schluckenauer Zipfel konnten unsere neuen Räder das erste Mal zeigen wofür sie gemacht sind.
Von Zittau aus ging es dann zwei Tage an der Neiße entlang, ehe diese in die Oder mündet und wir an ihr entlang weiter gen Norden rollten. Am späten Nachmittag fanden wir immer ein Plätzchen um unser Zelt aufzuschlagen. Manchmal fühlten wir uns, als übernachteten wir „irgendwo im Nirgendwo", denn einige Orte im Osten der Republik sind wie ausgestorben.

Eine zu den Rädern passende Quer-Feld-ein-Fahrt bot sich kurz vor Ende einer Etappe. Ein Schild wies darauf hin, dass diese Passage auch für geübte Radfahrer sehr schwierig wäre -genau die richtige Herausforderung für uns also. Es machte einen Heidenspaß durch den Wald, über Stöcke, Steine und Brücken zu fahren und dabei zu versuchen so wenige wie möglich der mannshohen Brennnesseln zu berühren.
Doch auch sehr idyllisch konnten sich die Flusstäler zeigen und luden bei moderatem Tempo zu Naturbeobachtungen ein- so weiß ich jetzt, dass Wespen sehr gekonnt den Windschatten eines Radfahrers bei 28 km/h ausnutzen können und Libellen besonderen Spaß daran zu scheinen haben ihren Flug direkt vor meiner Brille senkrecht nach oben weiterzuführen.
Die Ausschilderung des Radweges lies uns einige hübsche Orte in verschiedenen Baustilen bewundern, für ausgedehnte Stadtbesichtigungen nahmen wir uns keine Zeit, denn wir wollten lieber auf den Rädern sitzen.
Als besonders reizvoll gilt es den letzten Abschnitt der Tour herauszustellen- zwischen Ueckermünde und Anklam führt der Radweg durch das Peenetalmoor. Der Weg war zwar etwas sandig aber sehr gut zu fahren. Es war ein besonderes Erlebnis durch dieses Naturschutzgebiet zu fahren- fast schon hatte man das Gefühl fehl am Platz zu sein- so viele Wasservögel brüten direkt am Weg, flogen knapp über unseren Köpfen und boten ein Konzert der besonderen Art dar. Dazu Gewitterstimmung und Rückenwind.
